„Wie? Schon fertig?“ – Tempi da record e sole da Copacabana

Da staunten sie nicht schlecht, die Fantallenatori: nach gerade einmal 2 Stunden waren vergangenes Wochenende alle Wintertransfers 23/24 in trockenen Tüchern: ein Zeichen dafür, dass die heißesten Deals bereits im Sommer gelaufen sind – bestätigt wird das auch zurzeit von der Tabelle, bei der es durchaus möglich ist, sich mit einem Satz von Platz 8 auf Platz 4 zu katapultieren.

Erneut kamen die Präsidenten bei leckeren Filetstreifen zusammen, um um die Gunst der Svincolati zu feilschen. Dabei kristallisierten sich zwei Juwelen, deren Namen wohl auf dem Zettel aller Mister vermerkt waren.

Soulé und Yildiz waren die Objekte der Begierde, für die auch letztendlich nochmal ordentlich in die Taschen gegriffen wurde: US Saracino verpflichtete den jungen Türken für 45 Kronen, während der FC Lecce für seine Neuverpflichtung Soulé nochmal satte 68 Zähler auf den Verhandlungstisch legte.

Das dürfte Trainer Damiano Saracino allerdings schnell verschmerzt haben, denn der singende Mann an der Seitenlinie des FC Lecce kam an diesem Abend mit wohlgenährten Geldbeutel in die Runde. Seine bettelarme Konkurrenz konnte dem nichts ernstzunehmendes entgegensetzen und so sorgte er für die Rückrunde gleich mit acht Neuzugängen für frischen Wind.

Ob es für den Titel „Geheimtipp“ reicht, muss der Trainer jetzt beweisen und seine Rolle in der Liga festigen.

Der Trainer des aktuell führenden Clubs Manuele Capello ließ sich für den Abend entschuldigen. Mit einem Hauch eines Arroganz-Anfalls ließ der Trainer seine Transfers aus der Ferne verlauten, da er sich auf Scouting-Reise in Brasilien befand. Vielleicht findet er auf diesem anderen Kontinent auch die Ernsthaftigkeit für den Fanta-Sport wieder.

Ob ihn das am Ende die Tabellenspitze kosten wird, darüber kann der Trainer bei einem Sonnenbad in der südamerikanischen Sonne nachdenken.

Und dann? Und dann gibt es da z.B. noch den AC Biancavilla, dessen Saison man bisher nicht schlechter aufschreiben könnte. Am Abend stellte Trainer Placido Randazzo eine Minute nach Verkaufsstopp fest: „Scheiße, ich habe einen Spieler zu wenig verkauft.“

Das fasst so ziemlich den Dusel des diesmaligen Gastgebers zusammen: zu viel rechts und links, zu spät, zu unkonzentriert. Da hilft dem Trainer auch nicht weiter, weitreichende Studien abzuschließen, ob nun der amtierende Meister AS VALLE CROCE im Vergleich zum Schlusslicht FC Stronzo bei 14-von-20-Spielen-unter-2-Toren-kassiert-und-damit-7-Punkte-weniger-haben-müsste und hätte und wäre und könnte …

Vergebene Versuche, Druck aufzubauen, wenn es sportlich nicht läuft. Da ist auch klar, woher die Leichtigkeit kommt, die dem Trainer trotz katastrophaler Notlage seines Vereins anzusehen war.

Etwas ratlos schaut man am Abend in die Runde. Das hatte nicht nur mit dem schnellen Ende der Verhandlungen zu tun, sondern war auch technischen Ursprungs.

Der Trainer von Caselle FC hatte sich kurzzeitig bereiterklärt, die Datenverwaltung zu übernehmen. Schnell wurde aber wieder deutlich, wie feinfühlig und komplex der Fantacalcio sein kann. Manuele Capello hatte seine Protokollaufsicht verletzt und das Personal für die IT nicht ordnungsgemäß eingeführt. Nach anhaltender Aufbauphase, hatte sich dann aber immerhin ein HDMI-Kabel gefunden, dass scheinbar nur dann zu funktionieren schien, wenn der Hund furzt oder sich im Kabel verfängt.

Alle Omen für die Rückrunde deuten jedenfalls auf spannend knappe Matches! Das zeigt wie FANTAstisch dieser Calcio wirklich ist, den die Tifosi so innig lieben!